Allgemeine Informationen über Pelikane

 

Die Pelikane (lat.: Pelecanus) sind eine Familie und Gattung von Wasservögeln aus der Ordnung der Ruderfüßer. Sie leben auf allen Erdteilen, mit Ausnahme der Antarktis. Ihre unverkennbaren Merkmale sind der Schnabel mit dem sehr dehnbaren Kehlsack und ihre Körperform.

Pelikane sind recht große Wasservögel, wobei die größte Art der Krauskopfpelikan, eine Körperlänge von bis zu 170 cm, Flügelspannweite bis maximal 3,50 Meter und ein Gewicht bis zu 13 Kilogramm erreichen kann. Damit zählt der Krauskopfpelikan zu den größten und schwersten flugfähigen Vögeln. Die kleinste Art, nämlich der Östliche Meerespelikan (Florida-Braunpelikan) erreicht cirka 120-130 cm Körperlänge, ein Gewicht von cirka 4 Kilogramm und eine Flügelspannweite von ungefähr 2 Meter. Das Gewicht des Skeletts macht bei den schweren Pelikanen cirka 6-8 Prozent ihres Körpergewichtes aus. Die Köpertemperatur von Pelikanen beträgt 42 Grad, wobei der gesamte Körper der Vögel sehr gut durchblutet ist. Dies zeigt sich beispielsweise an den Füßen, selbst das stundenlange Stehen auf eiskaltem Boden macht den Pelikanen nichts aus. Wenn man ihre Füße nach dem langen Stehen auf kaltem Untergrund anfaßt, sind diese immer noch sehr warm.

Pelikane sind eigentlich recht robuste Vögel, allerdings gibt es artunterschiedliche Dinge auf die unbedingt zu achten ist damit die Gesundheit der Tiere stabil bleibt. Als ein Beispiel sind die Chile-Meerespelikane als auch die Florida-Braunpelikane anzuführen. Bei diesen beiden Arten handelt es sich um Meerespelikane die ausschließlich am Meer leben und die salzhaltige Luft gewöhnt sind und sich ausschließlich von Seefisch ernähren. Das hat zur Folge, daß durch die Gewöhnung an die Meeresluft diese Arten extrem empfindlich auf Luftveränderung reagieren. Die Luft darf nicht zu trocken und zu "abgestanden" sein, idealerweise sollte auch hier gerade im Winter die Möglichkeit gegeben werden die Meerespelikane zumindest kurzzeitig einmal am Tag an die frische Luft zu lassen. Die ideale Temperatur sollte im Winterquartier 10-15 Grad betragen, die natürlich durch Sonneneinstrahlung ansteigen kann. Auch das Stroh im Winterquartier darf keinesfalls feucht oder nass sein, da dies zu einem Befall des Strohs mit Schimmelpilzen führen kann und die Meerespelikane durch die Einatmung dieser Schimmelsporen zu Aspergillose (Befall der Atemwege und Luftsäcke mit Schimmelsporen) führt und die Tiere im ungünstigsten Fall trotz medikamentöser Behandlung daran sterben können. Daran können natürlich auch alle anderen Pelikanarten erkranken, die Meerespelikane sind hier aber besonders empfindlich. Die Gesundheit der Pelikane wird nachhaltig auch durch Tageslicht (Vitamin D) gestärkt, Bewegung an der frischen Luft (hier das starke Einatmen des Sauerstoffs) was die Atemwege stärkt, sowie Ruhe, will heißen einen stress- und schreckfreien Tagesablauf.

Das sicherlich auffälligste Merkmal der Pelikane sind ihr Schnabel, der bei den großen Arten bis zu 50 cm lang werden kann, mit dem extrem dehnbaren Kehlsack der bei einem Krauskopfpelikan cirka 13 Liter Wasser fassen kann. Pelikane sind extrem gute Thermiksegler die ohne Mühen durchaus 24 Stunden ohne Pause fliegen und dabei 500-600 Kilometer zurücklegen können. Die Fluggeschwindigkeit kann bis cirka 60 km/h und die Flughöhe gut 3000 Meter betragen.  Im Flug haben die Pelikane den Hals zurückgebogen, sodaß der Kopf zwischen den Schultern liegt und der Schnabel vom Hals abgestützt werden kann. Pelikane sind energiesparende Flieger, weil sie hervorragend die Thermik ausnutzen und lange Gleitphasen mit Flügelschlägen abwechseln. Ihre Muskulatur gibt auch ein ständiges Flügelschlagen nicht her.

So grazil und anmutig sich Pelikane in der Luft bewegen, so schwerfällig ist es für sie sich in die Luft zu erheben. Pelikane müssen eine recht lange Strecke flügelschlagend auf der Wasseroberfläche oder an Land laufen, ehe sie in den Himmel steigen können. Im Wasser sind sie, wie ebenfalls in der Luft, sehr anmutig zu beobachten. Pelikane sind ausgezeichnete Schwimmer und die weit auseinander und weit hinten am Körper anliegenden Beine geben dem Vogel einen kräftigen Antrieb. Allerdings verursacht diese Beinkonstellation eine watschelnde und schwerfällige Fortbewegung an Land.

Pelikane bewohnen tropische, subtropische und gemäßigte Zonen. In Europa finden sich Vorkommen des Krauskopf- und Rosapelikans auf dem Balkan und im Donaudelta. In Russland kommen diese beiden Arten auch noch an einigen Stellen vor. Der Fleckschnabelpelikan (Graupelikan) ist in West- und Zentralasien zu finden. Der Rotrückenpelikan (Rötelpelikan) bewohnt in Afrika tropische und subtropische Regionen. Ebenfalls in Afrika ist auch wieder der Rosapelikan anzutreffen, dessen Brut- und Winterquartiere sich von der Sahelzone bis nach Südafrika erstrecken.

In Australien, Neuseeland und Tasmanien ist der Brillenpelikan zuhause und der Nashornpelikan brütet vorwiegend im Mittleren Westen Amerikas, bis ins südliche Kanada und überwintert an den Küsten Nord- und Mittelamerikas. Der Östliche Meerespelikan (Florida-Braunpelikan) ist an der Ost- und Westküste Amerikas sowie an den Küsten Kubas zuhause. Der Chile-Meerespelikan brütet und lebt an den Küsten von Chile und Peru. Die beiden Arten der Meerespelikane sind ganzjährig und ausschließlich am Meer zu finden.

Die meisten Pelikanarten bevorzugen Süßwasser und sind überwiegend an flachen Binnengewässern anzutreffen da sie nicht tief tauchen können. Die eigentlich einzig winterharte Art ist der Krauskopfpelikan, der auch extreme Kälte erträgt, braucht aber zum Überleben eisfreie Gewässer. Die meisten Pelikane sind Standvögel oder Kurzstreckenzieher, das gilt für die tropischen Arten, aber auch für die Krauskopfpelikane im Donaudelta. Die Rosapelikane im Donaudelta sind allerdings Langstreckenzieher, die nach der Brutzeit in afrikanische Überwinterungsgebiete fliegen.

Die Hauptnahrung aller Pelikane besteht überwiegend aus Fisch, wobei die größeren Arten auch schonmal eine kleine Ente oder eine Taube erbeutet haben. Ansonsten stehen auch kleine Krebstiere auf dem Speiseplan. Der Östliche Meerespelikan frisst meistenteils eine für Fischer unbedeutende Heringsart, sowie Sardellen oder Sardinen. Pelikane fressen für gewöhnlich cirka 10 Prozent ihres Körpergewichtes am Tag.

Pelikane brüten in Kolonien, wobei die Bodenbrüter dichtere und größere Kolonien bilden als die Baumbrüter. Es gibt allerdings auch gemischte Kolonien, wo Rosa- und Krauskopfpelikane gemeinsam am Boden brüten und die Pelikane die auf Bäumen brüten, machen dies oft gemeinsam mit Störchen und Kormoranen. Die Meerespelikane sind zur Brutzeit häufig mit Guanotölpeln und Guanokormoranen anzutreffen. Anzumerken wäre noch, daß das Dunenkleid beim Rosapelikan schwarz ist, während bei allen anderen Pelikanarten das Dunenkleid weiß bis grauweiß ist!

In der Vergangenheit zählten Pelikankolonien noch Millionen Tiere, in heutiger Zeit umfaßt die größte Kolonie cirka 40.000 Paare! In den gemäßigten Breiten beginnt die Brutzeit bei europäischen und nordamerikanischen Arten im Frühjahr , in tropischen Klimazonen gibt es in dem Sinne keine festen Brutzeiten, sondern es wird das ganze Jahr über gebrütet. Zur Brutzeit nehmen alle Arten ein intensiver gefärbtes Gefieder und Hautpartien ein und die männlichen Tiere (Hähne) vollführen eine Art Balztanz um die Hennen zu beeindrucken.

Beim Nestbau unterscheiden sich die baum- und bodenbrütenden Arten. Bei den Bodenbrütern wird eine Mulde mit Gräsern und Zweigen ausgelegt, während die Baumbrüter das Nest aus Zweigen bauen und mit Gräsern und Wasserpflanzen auslegen. Der Durchmesser eines Baumnestes beträgt cirka 75 Zentimeter und hat eine Höhe von 30-40 Zentimeter. Die Stabilität der Baumnester sind relativ gering und halten nur eine Brutsaison, sodaß jedes Jahr ein neues Nest gebaut werden muß. Die Anzahl der gelegten Eier kann 1-6 betragen, wobei in der Regel nur das stärkste Tier durchkommt. Das resultiert aus der Menge der von den Eltern herangeschafften Nahrung die dann nicht für alle Jungvögel reicht und das stärkste Tier die Nahrung für sich alleine beansprucht und außerdem die anderen Jungtiere aus dem Nest drängt. Nach cirka 70-85 Tagen sind die Jungtiere flügge und verlassen entweder sofort, oder spätestens nach 3 Wochen die Eltern. Bei den Pelikanen brüten übrigens beide Geschlechter!

Pelikane erreichen ein Lebensalter von maximal 25-30 Jahren in freier Wildbahn und maximal cirka 60 Jahre in Gefangenschaft. Diese Werte beziehen sich auf nachgewiesene und dokumentierte Altersangaben . Pelikane sind Urzeitvögel, sie wurden zum ersten Mal im Miozän Frankreichs (begann vor 23,03 Millionen Jahren und endete vor 5,332 Millionen Jahren) erwähnt, hier speziell der Pelecanus gracilis. Kurze Zeit später tauchte der Pelecanus intermedius auf, dessen fossile Überreste oft in Deutschland gefunden wurden. In Australien war zu dieser Zeit wohl der Pelecanus tirarensis heimisch, eine kleine Pelikanart. Die erste auch heute noch existente Art ist der im Pliozän (begann vor 5,332 Millionen Jahren und endete vor cirka 2,588 Millionen Jahren) erwähnte Nashornpelikan. Im Pleistozän (begann vor 2,558 Millionen Jahren und endete vor cirka 9660 Jahren) finden sich auch die Überreste mehrerer heute noch existierender Arten, darunter der seinerzeit in Westeuropa weit verbreitete Krauskopfpelikan. Erwähnung findet gelegentlich auch noch der Neuseeland-Pelikan, wobei es sich hier aber um den Brillenpelikan handeln dürfte.

Pelikane sind in drei Gruppen einzuteilen: Brillen-, Krauskopf-, Nashorn- und Rosapelikane werden den großen Pelikanen zugeordnet die in dichten Kolonien leben und am Boden brüten. Fleckschnabelpelikane (Graupelikane) und Rotrückenpelikane (Rötelpelikane) sind kleinere Pelikane die in lockeren Gemeinschaften leben und auf Bäumen brüten. Bei der dritten Gruppe handelt es sich um Meerespelikane (Chile-Meerespelikan und Östlicher Meerespelikan), die sich als stoßtauchende Meeresbewohner stark von den anderen Arten unterscheiden.

Pelikane sind im Einzelfall durchaus lokal bedroht, früher durch das Bejagen von Fischern im europäischen Raum und im asiatischen Raum für "medizinische Zwecke" und zur Herstellung von Futteralen, heute eher durch die Überfischung ihrer Lebensräume (Gewässer) durch die Fischerei und durch die Trockenlegung oder Vergiftung der Gewässer. Ein positives Beispiel gibt es aus Indien zu vermelden, wo im Bundesstaat Karnataka Fleckschnabelpelikane (Graupelikane) auf Dächern von Häusern brüten und deren Bewohner die Exkremente der Tiere als Dünger benutzen und überschüssige Mengen verkaufen. Hier werden die Pelikane nicht nur toleriert,  sondern sogar geschützt!

Aktuell gefährdet gelten nur die Arten Fleckschnabelpelikan (Graupelikan) und Krauskopfpelikan. Der Rosapelikan ist nur in Europa gefährdet, die Bestände in Afrika gelten aber als gut und daher gilt der Rosapelikan insgesamt als nicht bedroht.

Auch in der Mythologie kommt der Pelikan vor, so sind Pelikane auch Teil der christlichen Ikonographie. Eine Darstellung zeigt einen Pelikan der sich mit dem Schnabel die Brust öffnet, um seine toten Jungen wieder ins Leben zurückzuholen. Das wurde in einen Bezug zum Opfertod Jesu Christi gesetzt. Pelikanabbildungen finden sich auch auf sakralen Gegenständen wie dem Hostienkelch.

Auch als Wappentier ist der Pelikan zu finden, beispielsweise ist ein Forida-Braunpelikan (Meerespelikan) der Wappenvogel des US-Bundesstaates Louisiana. Dort ist er auf Flagge und Siegel abgebildet wie er sich die Brust aufreißt, um seine Jungen mit Blut zu füttern. Genau das gleiche Motiv findet sich in dem Wappen der französischen Stadt Arbois. Pelikane befinden sich ebenfalls auf den Wappen von Barbados, den Turks- und Caicosinseln (Britisches Überseegebiet im Atlantischen Ozean), sowie auf der Flagge von Sint Maarten (Karibikinsel). Auch in Deutschland ist der Pelikan ein Wappenvogel und zwar von der brandenburgischen Stadt Luckenwalde, südlich von Berlin gelegen.

 

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